Carl August Leitner  

Bald nach der Einführung der "Normalschule" im Jahr 1785 hatte Dollnstein wegen der großen Kinderzahl einen dauernden „Schulgehilfen". Es wurde damals großer Wert darauf gelegt, dass der Lehrer musikalisch gebildet war und auch den Organistendienst verrichten konnte. In diesem Punkt  hatten die Dollnsteiner offensichtlich Glück: „Um die Pflege des Gesangs, dem man, wie überall in Franken, hier ganz besonders zugethan ist, haben sich seit vielen Jahren die Lehrer des Marktes besondere Verdienste erworben", schreibt der Reiseschriftsteller  Gareis 1896.
In der Reihe dieser Lehrer, die sich besonders die  Pflege der Musik angelegen sein ließen, ist Carl August Leitner hervorzuheben, der am 4. Mai 1837 als Sohn des hiesigen Lehrers Josef Leitner geboren wurde. C. A. Leitner war zu Beginn seiner Lehrertätigkeit als Schulgehilfe seines Vaters in Dollnstein tätig, wahrscheinlich bis etwa 1865, später als Lehrer in Friedberg bei Augsburg und ab 1. April 1877 als Anstaltslehrer in der „Königl. Bayer. Kreisirrenanstalt" in München – Au.
Leitner machte sich auch als Chorregent und Komponist für Kirchenmusik einen Namen. Er komponierte und veröffentlichte zahlreiche kirchenmusikalische Werke, darunter fünf lateinische Messen und mehrere Bände lateinischer Gradualien und Offertorien, also Zwischengesänge zwischen Lesung und Evangelium und Gesänge zur Gabenbereitung. Leitners Werke galten als klangvoll, aber trotzdem leicht ausführbar und wurden deshalb auch von den Kirchenchören auf dem Land gern aufgeführt.
CA. Leitner starb am 23. Mai 1904 in Bad Wörishofen. Seiner Heimatgemeinde Dollnstein widmete er ein Jahr vor seinem Tod, am 28. März 1903, eine „Kreuzes-Hymne" für vierstimmigen gemischten Chor. Heute sind die Kirchenmusikwerke C. A. Leitners aus dem Angebot seines Verlages (Anton Böhm & Sohn, Augsburg) verschwunden, sicher auch wegen der Liturgieform, die vor allem die lateinischen Propriumsteile aus der Messfeier verdrängte.  

Der Liederkranz-Kirchenchor Dollnstein führte beim Festgottesdienst zur 1000-Jahrfeier die St. Benno-Messe  für Chor und großes Orchester von C. A. Leitner auf.

                                                                                                                                                                       Bernhard Eder

In Privatbesitz befindet sich ein auf den 30. August 1837 datierter "Entlassschein" des Maurersohns Joseph Bathlmae Hamel aus der "Werk-  und Feyertagsschule Dollnstein"  (unteres Bild) . Unterschrieben ist er vom "Schullehrer  Joseph Leitner", dem Vater von C.A. Leitner ( siehe rechtes Bild). Damals war der Sohn knapp 4 Monate alt.