Der Ortsname Breitenfurt

 

 

Breitenfurt und Umgebung

 

Der Ortsname Breitenfurt weist auf einen Flussübergang, eine “breite Furt“, also eine seichte Stelle, der Menschen, Tieren und Fuhrwerken das Überqueren des Flusses ermöglicht.  Noch heute ist der Boden des Flussbettes de Altmühl  beiden Seiten der heutigen Brücke auf eine ziemliche Länge felsig. Als die ersten Siedler kamen, übertrugen sie den Namen dieser Furt auch auf den Ort: Breitenfurt - Siedlung, Dorf an der breiten Furt.

 

An dieser Furt überquerte eine vorrömische Straße die Altmühl. Sie bestand schon um 500 v. Chr. oder schon früher und war ein wichtiger Handelsweg der Kelten, die mit Eisen und Salz handelten. Sie führte von der großen Keltenstadt Manching auf den Höhen nördlich des Schuttertals nach Biesenhard, machte dort einen Bogen nach Norden und zog sich durch den Wittmeßwald und über Ziegelstadel und Talwasen hinab ins Altmühltal nach Breitenfurt, in einem steilen Anstieg hinauf nach Eberswang und weiter nach Treuchtlingen. Sie war ein wichtiger Fernweg von der Donau nach Norden.

 

Die Römer bezogen die ihre Siedlung Nassenfels in ihr Straßennetz ein und bauten ihre „Römerstraße“ deshalb zunächst ein Stück weiter südlich. Bei Biesenhard kamen die beiden Straßen, die alte Kelten- und die neue Römerstraße zusammen, trennten sich aber im Wittmeßwald oberhalb von Konstein.

 

Historische Karten: Friedrich Winkelmann

 

 

 

Die Römerstraße verließ die Trasse der Keltenstraße und führte über den Gänsbuck hinunter nach Dollnstein, um dort auf einer Furt (auch hier ist der Flussboden felsig) die Altmühl zu überqueren. Vom Tal steig sie wieder relativ flach an auf den Steinbichel nach Eberswang, wo sie wieder auf die alte Keltenstraße traf. Grund für die Verlegung dieses Straßenstückes war wohl, dass die Römer das günstigere Gelände, also den flacheren Ab- und Aufstieg in Dollnstein nutzen wollten.

 

Dollnstein

 

Dass die Umgebung von Breitenfurt aber schon viel früher besiedelt war, als der Ortsname bezeugt, dafür gibt es einige deutliche archäologische Beweise.

Bei der Aushebung des Kanalgrabens beim Anwesen von Hans Heiß wurden im Jahr 1952 vier Skelette entdeckt. An Beigaben wurden u. a. ein Gürtelschloss aus Eisen, eine Gewandfibel aus kupferhaltigem Silber und Bruchstücke eines Eisenmessers geborgen. Sie wiesen auf eine germanische Siedlung zwischen 450 und 500 nach Christus hin, also rund 700 Jahre vor der ersten urkundlichen Bezeugung des Ortsnamens.

1980 entdeckte der Archäologe Karl-Heinz Rieder im nördlichen Baugebiet (Kläranlage) Bodenfunde aus der Zeit der Kelten: Abfallgruben, Pfostenlöcher, Hüttenlehm, Gefäßscherben, Bruchstücke von Reib- und Mahlsteinen, Tierknochen und Steinwerkzeuge. Sie belegen das Vorhandensein einer ziemlich großen Siedlung aus der Hallstattzeit (ca. 750 bis 500 vor Christus), in der zwischen 150 und 300 Menschen wohnten – ein für damalige Verhältnisse stattliches Dorf.

Damit hätten wir den Nachweis, dass an der erwähnten breiten Furt, die dem Ort später den Namen gab, schon etwa 1800 Jahre vor seiner ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1158 eine Siedlung bestand , dass Breitenfurt, unter welchem Namen auch immer, also seit  750 - 500 v. Chr. eine geschlossene Siedlung, ein Art Dorf war.

Dies heißt aber nicht, dass dieses Dorf bis 500 nach Christus ununterbrochen bestand, das heutige Breitenfurt also zweieinhalbtausend Jahre alt ist. Sehr wahrscheinlich ist,  dass das alte keltische Dorf untergegangen ist, die Siedlungskontinuität also unterbrochen wurde, und in der Zeit nach der Völkerwanderung eine neues Dorf gegründet wurde.

 

Zu erwähnen wäre noch der Ort Kittenfeld erwähnen, der 908, 918, 1002 und 1319 bezeugt ist. Er lag östlich oberhalb von Breitenfurt, auf dem Gebiet der heute so genannten Flur Kittenfeld. Auch er gehörte dem Bistum. Wohl in der Zeit um 1300 wurde er aufgegeben.